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Meet Merano – Ciao, grazie, amore und buon giorno mein neues Ich // Travel

Es gibt sie immer noch die magischen Orte, die Orte von denen man dachte sie schon zu kennen aber sie gar nicht als solche identifiziert hätte oder gar auf dem Radar des Möglichen.

Manchmal braucht es einen Moment, um an die schönen Orte dieser Erde zu gelangen. Nicht überall dort, wo Mutter Natur einen guten Job geleistet hat, steht ein Flughafen bereit, um uns doch eher verwöhnten Abendteurer in Empfang zu nehmen. So auch in Meran, dem wohl schönsten Fleck Südtirols. In Kooperation mit dem Meraner Land und Jake*s (dazu bald mehr) ging es also auf eine etwas andere Wanderschaft.

Ciao Merano*

Auf einen schnellen Flug nach München folgte eine aufregende sechsstündige Busfahrt. Ja, die Busfahrt war eine kleine Herausforderung, aber jede Minute wert! Das Gefühl anzukommen ist ein anderes, wenn der Kopf aber vor allem der Körper die Zeit hat Dinge hinter sich zu lassen und Urlaub als „weit weg“ und „loslassen“ zu begreifen.


Auf das „Weit weg“ deuten ganz klar die Berge, die umliegende Natur, die Pflanzen – eine Mischung aus Palmen, die wundervollen Blumenwiesen, hohe Tannen, die traditionelle Bauweise von Häusern und die ein oder andere Sprachbarriere beim Bestellen eines Kaffees.
Das „Loslassen“ fällt hier in Merano zudem nicht unbedingt schwer. Der Wein überzeugt, das Essen haut um. Die Bauten der feinsten Resorts weit oben in den Bergen oder im Tal am Passer entlang lassen jeden Wunsch nach Spa, Pool Time – nicht zu vergessen wir sind in Italien und hier hat es gerne mal über 35 Grad, aber auch Kultur und vor allem Austausch mit Menschen, die nicht nur hier leben, gar hier geboren sind, sondern ihren Träumen zu 100% nachgehen und die zufriedensten Menschen sind, die seit langer Zeit kennenlernen durfte. Kurzum, das Energielevel stimmt und die Geschwindigkeit, Art und Weise Dinge anzugehen auch!


Was wir auch wissen: Wenig lässt sich wegrelativieren, schon gar nicht unser mit Schnelllebigkeit gefüllter Lebensstil. Aber doch scheint Meran einen großen Anteil daran zu haben, dass ich nach nur 6 Tagen entspannt in meinen Alltag starten konnte. Raus aus unserer vermeintlichen Ästhetik des Alltags! Kurzlebigkeit adé! Woran das lag, folgt gleich.

Subtexte sind dabei wichtiger als große Überschriften und Versprechen. Es reicht nicht aus Standorte zu recherchieren und schnell auf ein paar Bilder vorbeizuschauen. Es sind die Momente vor Ort, die magischen Plätzen aber vor allem die Gespräche mit Menschen, die das Erlebnis Meran so wundervoll machen. Es mag klischeehaft klingen, aber sind Klischees doch nicht ab und zu auch etwas Feines?

Alles war anders als erwartet und das „Anders sein“ war gut. Etwas was ich mir auf meine eigene Fahne schreiben werde. Meran war eine Veränderung, eine Chance Gewohnheiten über Board oder die Alm herunterzuwerfen, denn eines ist klar, dass was uns tagtäglich schwerer werden lässt ist das Festhalten und nicht das Loslassen.

Scusi für so viel Amore – aber ich habe meinen neuen Ort finden dürfen um eine Rundetief, tief durchzuatmen.

In Meran geht es um das Essentielle, das was wir brauchen um zu überleben im dem Wust und Einflüssen da draußen – das Schlafen, das Essen, die Luft & Liebe und die Natur. Dann fangen wir einmal an;

Schlafen

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten in Meran unterzukommen und das hängt schlicht weg von den Höhenmetern ab auf welchen ihr euch befinden möchtet.

Ottmanngut
Mein liebster Ort und zurecht der meist gelobte und die Perle unter den Häusern Merans ist das Ottmangut. Zwei Brüder geben hier alles. Voller Leidenschaft betreiben sie ihre Pension, in der ihr zwischen dem Turmzimmerchen oder gar dem feinen Apartment mit freistehender Badewanne entscheiden dürft. Das Frühstück wird hier höchst persönlich zubereitet. Martin hat alle bei unserem Besuch verzaubert und man kann sich wohl kaum ein anderes Frühstück mehr vorstellen. Es erwartet euch das Unerwartete – ein 3-Gang-Menü der Gefühle, ob Ei auf Zucchini Bettchen oder der Kaiserscharm nach Art des Hauses. Ein Tomatentraum gemeinsam mit der Variation an feinstem Käse, es ist alles dabei.
Danach heißt es entspannen und durch eines der bunten Gläser der Sonne zuschauen, wie sie funkelt.


Miramonti
Das Boutique Hotel befindet sich auf über 1000 Höhenmetern und neben einem wunderbaren Restaurant mit der wohl besten Burrata, die ich wohl jemals essen durfte, was auch außerhalb eines Hotelaufenthaltes jeden Moment wert ist, findet man hier Ruhe, Entspannung und einen Blick, den man wohl so schnell nicht mehr vergessen wird. Luxus in den Bergen – aber hallo!

San Luis Retreat Hotel & Lodges
Ein eigenes Haus in Meran, nichts leichter als das! In den Gefilden des San Luis habt ihr euer eigenes kleines Häuschen. Morgens wird das Frühstück für euch angerichtet, so dass ihr nur die Tür öffnen müsst, bevor ihr euch auf die Wanderschaft begebt.

vigilius mountain resort
Wer es ein bisschen – sagen wir mal, naturverbunden haben möchte, sollte sich mit der Seilbahn gen Vigilius begeben. Hier wird Minimalismus groß geschrieben. Wer also abschalten will, sich einfach mal auf die Wiesen legen, sollte hierher kommen. Auf Luxus jeglicher Art, wie wunderbaren Essen, Spa-Programm muss auch hier natürlich nicht verzichtet werden. Nur das gute Internet, das wird ab 22h abgeschaltet.

Hotel Therme Meran
Gleich inmitten Merans gibt es das Hotel Therme Meran. Es deckt so ziemlich jeden Wunsch ab, Spa, Gym, ein Rooftop Deluxe inkl. Pool, Jacuzzis aka Whirlpools, Roomservice 24/7. Zudem den Zugang zur traditionellen Therme gleich nebenan.

Essen

Kallmünz
Mitten in Meran, entlang des Passers, findet ihr das Restaurant Kallmünz. Traditionelle Küche ganz modern interpretiert und ein Weinsortiment das überzeugt. Der perfekte Einstieg also für eine feine Zeit in Meran. Den Aperitivo nicht zu vergessen, wir sind schließlich in Italien, wo eben genau diese Kultur großgeschrieben wird. Mein Favorit, das Hirsch-Carpaccio.

Miil
Das an das Weingut Kränzelhof angeschlossene Restaurant überzeugt mit Küche auf höchstem Niveau. Die feinen und ausgetüftelten Gerichte werden mit hauseigenen Weinen gereicht. Das Erlebnis inklusive, dazu gleich mehr.


Gompm Alm
Mit kleiner Starthilfe, der Hirzer Seilbahn, geht es hoch hinaus gen Gompam Alm. Nach einer kleinen Wanderung landet ihr auf der Gompm Alm. Die Gourmet-Almküche lässt keine Wünsche, also wirklich keine Wünsche, offen. Danach könnt ihr euch also nur noch in die Hängematte in der Alm eigenen Lounge-Ecke fallen lassen und das unglaubliche Bergpanorama genießen.


Luft & Liebe

Bar Trattoria Mainardo
Natürlich gibt es hier auch etwas zu essen, aber Trattorias gehören in die Kategorie Luft und Liebe. Hier kommen Menschen zusammen, ob von außerhalb oder alteingesessen, meist auch mit harschem Ton, aber dafür voller Gefühl.  Geschichten werden hier genauso wie Emotionen ausgetauscht.

Monocle Shop
Nicht nur bekannt durch wundervoll gestaltete Guides für das Leben und Magazine, findet man im Monocle Shop selbst eine Kuration von Produkten, die das Herz aufgehen lassen. Klamotten aus den alten Schürzen der Tiroler genäht oder feinstes Comme de Garçon Düfte. Seht selbst!

Laubengassen
Die etwas traditionellere Art und Weise shoppen zu gehen? Ab in die Laubengassen. Dort findet ihr den heißgeliebten Tiroler Speck und das passend dazu gegessene Schüttelbrot. Ein bisschen was zum Teilen mit den Liebsten Zuhause sollte ihr schon in eure Koffer packen. Oder meint ihr nicht?

Kränzelhof
„Lieber Herr Graf Franz von Pfeil,
ihr Weingut ist ganz wunderbar, ja auch ihr Irrgarten, der die Symbolik des Lebens mit allen seinen Wegen und Entscheidungen, die es zu treffen gilt, innehält, haben mich ein wenig aufgewühlt, aber vor allem glücklich gemacht.“

Bevor ihr die wundervollen Weine probiert und es euch im Restaurant Miil so richtig gut gehen lasst, schaut euch die sieben Gärten des Kränzelhofs an. Liebevoll von Graf und Gräfin, die nun wirklich nicht nach solchen aussehen und ganz wundervolle Menschen sind, kuratiert, ist jeder Garten ein Erlebnis wert:
„Im Vertrauen hineingehen, sich verirren und wahrnehmen, was dies mit uns macht! Es ist wie mit dem Leben – bis man nach vielen Rückschlägen die Mitte findet.“
Was den Wein angeht durften wir lernen, dass der Kränzelhof ein Ort der Transformation. Trauben werden im hauseigenen Keller weiterverarbeitet bis sie zu einem Genuss, der uns beflügelt oder gar auch zum Sturze bringt!



Merano Arte

Kulturell kann Meran so einiges. Ob Kühe auf dem Land bis hin zu traditionellen Installationen über die ganze Stadt verteilt bis hoch in die Berge, aber auch die Moderne lässt nicht auf sich warten. Das Meraner Kunsthaus ist so jeden Besuch wert und natürlich einen Kaffee mit Freunden.
Natur

Wandern
Wandern, herumlungern, schlendern – all das sind die Stichwörter, um der Natur und vor allem den Tieren in Meran näher zu kommen. Wichtig ist es sich für den ein oder anderen Tag den Wecker zu stellen, früh in die Natur zu starten, um sicherlich auf der ein oder anderen Alm oder Wiesen ein Nickerchen zu machen. Ein Buch auszupacken oder den Wolken beim Fliegen zuzuschauen. Die Profis haben natürlich neben dem Buch auch eine Packung Blasenpflaster dabei.

Gärten von Schloss Trauttmansdorff
Sissi wusste eben was gut ist. So hat sie Trauttmansdorff zu ihrer Sommerresidenz gemacht. Zu Recht, hier wächst neben dem was Südtirol so wundervolles zu bieten hat, seit ein paar Jahren auch noch Exotisches aus aller Welt – das Klima gibt es her. Hier könnt ihr euch von den verschiedensten Gärten inspirieren lassen.


Gilfpromenade
Spaziert! Dabei ist die Gilfpromenade nur ein Beispiel. Kaum ein Ort bietet mehr wundervolle Promenaden als Meran. Das Buch nicht vergessen, denn gespickt voller Bänke lässt es sich hier an einem Abend ganz gut verweilen.

Meran ist ein kleiner Außenseiter. (Noch) nicht integriert auf vielen Reiseplänen unserer Generation, aber genau das macht es wohl derzeit noch aus. Der Außenseiter zu sein bedeutet auch immer die Freiheiten zu haben, anders zu sein und in ständiger Veränderung. Man merkt es dir an, du liebstes Merano!

Ich bin mehr als dankbar für ein paar Tage Ruhe, tolle Momente, Menschen und ein paar Gedanken, die ich voller Motivation mit nach Hause nehme!

Eure,
Anni

 

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 Credits// Pictures: TANZEKIND

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